„Zug rumpelt wie eine Waschmaschine“

Westbahn AGNeue Probleme mit einer mehr als kuriosen Ursache.

Wieso rumpelt der Zug plötzlich wie eine Waschmaschine im Schleudergang im Tunnel nach dem Tullnerfeld?“, fragt sich Nadja W. „Ich war da heute kurz vor der Panikattacke. Vollgas im Tunnel, und plötzlich ist da Rummelplatz. Ich liebe euch wirklich, aber die Türen, die es nach außen zieht, die Druckgeschichte, die 160 km/h und jetzt das. Ich mache mir langsam echt Sorgen.“

Die privaten Westbahn-Betreiber kommen aus den Schlagzeilen nicht heraus. Nachdem die Westbahn AG mit den Türen und dem Druck im Waggon in den Tunnels langsam in den Griff bekommen werden, machen rumpelnde Garnituren auf der Neubaustrecke Probleme. Die Antwort der Westbahn auf deren Facebookseite sorgt für Schmunzeln in Fachkreisen, da sie haarsträubend klingt: „Das Rumpeln im Tunnel muss bald verschwinden. Der Grund ist das Schienenprofil und die im Tunnel einbetonierten Schienen. Das ist noch nicht eingefahren. Sobald sich in einigen Wochen Rad und Schiene aneinander angepasst haben, wird der Lauf ruhig. Bis dahin nimm einen Wagen weiter hinten, da ist es ruhiger.“

Der KURIER fand keinen Experten, der so etwas bestätigen könnte, die Westbahn bleibt dabei: „Das ist zwar laienhaft ausgedrückt, aber das stimmt“, sagt Sprecher Manfred Mader.
(Quelle Kurier)

Wie auf Wikipedia nachzulesen ist, sind die Wagen nicht druckertüchtigt (Die Druckertüchtigung läßt sich auch am Datenblatt nicht darstellen). Das erklärt auch, warum es zu Druck in den Ohren kommt. Die Triebwagen sind in allen Varianten nur 160km/h lauffähig und werden eigentlich als Nahverkehrszüge eingesetzt. Nur die Variante für die „Westbahn AG“ wurde auf 200km/h „aufgeblasen. Ob das die Radsätze auch aushalten?
Die Antwort der Westbahn AG ist nicht nur entbehrlich, sie entbehrt auch jeglicher Grundlage. Eigentlich sollte die Eisenbahnbehörde längst einen Lokalaugenschein durchführen. Wenn die drei Probleme den Tatsachen entsprechen, sollten raschest Schritte unternommen werden, um die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten.
Eine Entgleisung im Tunnel, wenn ein Radsatz sich selbständig macht, ist eigentlich nicht zu tolerieren. Mittlerweile sollte auch der Dümmste kapieren, dass sich ein Prestigeobjekt als Konkurrenz nicht eignet. Vor Allem nicht, wenn es mit der Gesundheit der Passagiere spielt.
Schade nur um das wirklich bemühte Personal, dass diese, meiner Meinung nach, Gemeinheiten der Unternehmensleitung aushalten muss. Der Fahrgast kann ja wählen, ob er mitfährt oder mit anderen Verkehrsmitteln zu seinem Ziel kommt.

meint Mohlibert

Westbahn AG: Zuggästen verschlägt es die Ohren

Das Gefühl verschlagener Ohren, das viele vom Fliegen kennen, begleitet Reisende nun auch auf der Westbahnstrecke zwischen Wien und St. Pölten. Verantwortlich dürften die vielen Tunnel und hohen Geschwindigkeiten sein.

Wer am St. Pöltner Hauptbahnhof die neue Hochleistungsverbindung Richtung Wien benutzt, bekommt wenig später im wahrsten Sinne des Wortes „etwas auf die Ohren“. Denn im Inneren des Zuges herrschen stellenweise derartige Druckverhältnisse, dass es den Fahrgästen die Ohren verschlägt. „Es ist sehr unangenehm und drückt im Ohr. Weil so viele Tunnel sind, dauert es auch ziemlich lang“, sagt etwa Sarah Stöger aus Pucking.

Ohren

Wissenschaftlich lässt sich die Situation relativ einfach erklären. Die hohen Geschwindigkeiten und die Fahrt durch zahlreiche Tunnel sind „schuld“, sagt der Experimentalphysiker Werner Gruber: „Bewegt sich ein Objekt mit einer hohen Geschwindigkeit, dann stellt die Umgebung einen hohen Widerstand dar, und das führt schließlich dazu, dass die Luft aus dem Objekt leicht herausgesaugt wird und im Inneren des Zugs ein Unterdruck entsteht.“

Westbahn rüstet nach, ÖBB dementieren Probleme

Und wenn die eustachische Röhre im Ohr etwas verstopft ist, führt das schließlich zu verschlagenen Ohren, so Gruber. Um den Druckausgleich zu schaffen, hilft es zum Beispiel, Kaugummi zu kauen. Bei der privaten Westbahn kennt man die Problematik jedenfalls: „Es haben uns bereits einige Fahrgäste darauf hingewiesen und wir haben auch schon mit unserem Türenhersteller gesprochen. Er wird bis Mitte Jänner eine Aufrüstung der Türen vornehmen, dann sollte das Problem gelöst sein“, sagt Westbahn-Pressesprecher Manfred Mader.

Wie eine Umfrage unter Fahrgästen ergab, betrifft das Problem aber nicht nur die Züge der Westbahn. Bei den ÖBB heißt es jedoch, dass man noch keine Beschwerden von Fahrgästen vernommen hätte. (Quelle ORF Noe)

Nachdem die Railjets druckertüchtigt sind, sind diese Probleme auf der ÖBB nur rudimentär vorhanden. Druckertüchtigt heisst, dass mittels Sensoren die Klimaanlage diese unterschiedlichen Druckverteilungen ausgleicht.
Es darf aber doch die Frage gestellt werden, wieso ein EVU, das nachweislich Probleme mit der Sicherheit hat (Türverschlüsse gehen bei Begegnungen im hohen Geschwindigkeitsbereich zu Bruch) noch immer eine Beförderungslizenz hat. Ich will aber damit nicht generell die Konkurrenz verdammen. Konkurrenz ist wichtig und gut. Die ÖBB hat es zum Beispiel noch immer nicht geschafft den offensichtlichen Bedarf an Raucherplätzen zu schaffen. Sich als Tugendwächter oder Gesundheitsapostel aufzuspielen, ist in der freien Marktwirtschaft strategisch nicht sehr geschickt. Macht eben die Konkurrenz das Geschäft.
Wenn es aber um sicherheitsrelevante Mängel geht, sollte die Behörde doch rasch und entschlossen handeln.

meint Mohlibert

ÖBB: Brisantes Gutachten belastet Ex-Chefs.

Schwere Vorwürfe gibt es gegen Ex-ÖBB-Chef Huber und Manager. Huber bestreitet den Untreue-Verdacht.
Warum wundert das niemanden? Tschuldigung, Es gilt jawie immer bei solchen PErsonen die Unschuldsvermutung. Gewußt hat man es ja, aber sagen hat es sich keiner getraut. Was ich nicht verstehe: Jede Bank macht Gewinne mit solchen Geschäften, nur die, welche mir Steuergeld spekulieren, sind derartige Stümper, sodass immer nur Verluste überbleiben.

Fortsetzung Korruptions-UntersuchungsausschussDie Information des Aufsichtsrats über die Transaktion war nicht nur unvollständig, sondern entsprach auch nicht der Realität, da die Absicherungskomponente weder ausverhandelt noch abgeschlossen war“, heißt es im Gutachten des Sachverständigen Franz Ledochowski. Ledochowski wurde von der Staatsanwaltschaft Wien mit der Aufarbeitung der Millionen-Spekulationsverluste bei den ÖBB beauftragt. Im Ermittlungsverfahren gegen Ex-ÖBB-Chef Martin Huber und neun weitere Ex-Bahn-Manager hatte er den tatsächlichen Schaden der Bahn zu bestimmen, der durch den Erwerb von derivativen Finanzprodukten mit einem Transaktionsvolumen von fast 613 Millionen Euro im Jahr 2005 entstanden ist.

Auch musste er prüfen, ob die „17 Absicherungsvereinbarungen“ im Zusammenhang mit den Cross-Border-Leasing-Verträgen „wirtschaftlich und risikotechnisch sinnvoll waren“. Zugleich musste der Sachverständige klären, ob die Vorstände der ÖBB Holding AG den Aufsichtsrat ausreichend informiert hatten.

Huber & Co stehen im Verdacht der Untreue und falscher Angaben nach dem Aktiengesetz. Die Vorwürfe werden bestritten.

Schwere Geschütze

„Aus diesem Geschäft resultierte ein Schaden von insgesamt 285 Millionen Euro“, heißt es im 115 Seiten starken Gutachten, das dem KURIER vorliegt. „Die ursprüngliche Zielsetzung des Finanzgeschäftes war die Erzielung einer Gewinnspanne durch einen Risikotausch. Das abgeschlossene Geschäft war jedoch kein Risikotausch, sondern die einseitige Übernahme von Risiken aus dem Finanzinstrument Portfolio Credit Default Swap (PCDS) gegen Erhalt einer Prämie.“ Nachsatz: „Im Nachhinein betrachtet hätte der Schaden bei einem Ausstieg im Jahr 2005 ,nur‘ einen zweistelligen Millionenbetrag ausgemacht.“ Der Gutachter räumt aber ein, dass für Huber & Co „Verringerungsmöglichkeiten des Schadens nicht abschätzbar waren“. Denn: „Es konnte im Vorhinein nicht bekannt sein, zu welcher Schadenshöhe der Ausstieg erfolgen würde.“ Die 17 Absicherungsvereinbarungen, mit denen die Bahn den etwaigen Ausfall von Tilgungsträgern aus den Cross Border Leasing abfedern wollte, „waren aus risikotechnischer Sicht nicht sinnvoll, da nur ein Totalausfall, aber nicht das Hauptrisiko, eine Bonitätsherabstufung, versichert war.“ Ein niedrigeres Rating gehe aber in der Regel einem Konkurs voraus, meint der Experte. Auch wurde dem Aufsichtsrat offenbar erst im Nachhinein mitgeteilt, dass die Verträge über „Absicherungskomponenten“ aufgehoben und Abänderungen verhandelt werden mussten. Laut Gutachter war ein solches „spekulatives Geschäft ohne Verbindung mit dem Grundgeschäft der Genehmigung des Aufsichtsrats vorbehalten“.

„Keine Untreue“

Für Ex-ÖBB-Chef Martin Huber hat Spekulationskrimi Nachspiel

„Für die Information des Aufsichtsrats war nicht mein Mandant, sondern der Finanzvorstand zuständig“, kontert Meinhard Novak, Anwalt von Ex-ÖBB-Chef Martin Huber. „Mein Mandant war der Ansicht, dass es um die Fortführung bestehender Verträge geht und das Risiko nicht höher wird.“ Nachsatz: „Das ist für mich keine Untreue, es war ein schlechtes Geschäft.“

ÖBB-Deal: Dreistelliger Millionen-Schaden

2005 erwarben die ÖBB von der Deutschen Bank (DB) zwecks Optimierung ihrer Finanzen ein Geschäft namens Portfolio Credit Default Swap. Volumen: 612,9 Millionen Euro. Dabei tauschten die ÖBB Finanz-Risiken mit dem Kreditrisiko des Portfolios. Dafür sollten die ÖBB Millionen-Zahlungen pro Jahr erhalten, die ÖBB bei Verlusten des Portfolios Zahlungen an die Bank leisten. Mitte 2009 betrug der prognostizierte Verlust für die ÖBB schon 466 Millionen Euro. Im schlimmsten Fall drohte überhaupt der Totalverlust. Die Bahn klagte die Bank – erfolglos. 2010 wurde der Vertrag dann im Zuge eines Vergleichs aufgelöst, die Bank erhielt 295 Millionen Euro.

Quelle: KURIER vom 08.01.2013

Das Christkind beim Finanzamt

Werte Leserinnen und Leser meines Blogs!
Ich bedanke mich für ihr Interesse an meinem Blog, wünsche mit der nachfolgenden Weihnachtsgeschichte Ihnen Allen ein schönes Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch in das neue Jahr.
Ich werde auch im nächsten Jahr wieder einige Artikel schreiben und hoffe, dass sie Ihnen gefallen werden.
Es ist auch durchaus erwünscht Kommentare zu den einzelnen Artikel abzugeben.

glocken1
Denkt Euch ich habe das Christkind gesehen, es war beim Finanzamt zu betteln und fleh´n.
Denn das Finanzamt ist gerecht und teuer, verlangt vom Christkind die Einkommensteuer.
Das Amt will noch wissen, ob es angehen kann, dass das Christkind so viel verschenken kann.
Das Finanzamt hat so nicht kapiert, wovon das Christkind dies finanziert.
Das Christkind rief: „Die Zwerge stellen die Geschenke her!“, da wollte das Finanzamt wissen, wo die Lohnsteuer wär.
Für den Wareneinkauf müsste es Quittungen geben, und die Erlöse wären anzugeben.
„Ich verschenke Spielzeug an Kinder“ wollte das Christkind sich wehren, dann wäre die Frage der Finanzierung zu klären.
Sollte das Christkind vielleicht Kapitalvermögen haben, wäre dieses jetzt besser zu sagen.
„Meine Zwerge besorgen die Teile, und basteln die vielen Geschenke in Eile“
Das Finanzamt fragte wie verwandelt, ob es sich um innergemeinschaftliche Erwerbe handelt.
Oder kämen die Gelder, das wäre ein besonderer Reiz, von einem illegalen Spendenkonto aus der Schweiz.
„Ich bin doch das Christkind, ich brauche kein Geld, ich beschenke doch die Kinder in der ganzen Welt.
Aus allen Ländern kommen die Sachen, mit den wir die Kinder glücklich machen.“
Dieses wäre ja wohl nicht geheuer, denn da fehle ja die Einfuhrumsatzsteuer.
Das Finanzamt von diesen Sachen keine Ahnung, meinte dies wäre ein Fall für die Steuerfahndung.
Mit dieser Perspektive, welch ein Graus, fällt Weihnachten dieses Jahr wohl aus.
Denn das Finanzamt sieht es so nicht ein, und entzieht dem Christkind den Gewerbeschein.

Hatte Weihnachten nicht noch eine andere Funktion?

Kling Glöckchen Klingeling, Rudolf, the red nose rendeer, Jingle Bells und ähnliches klingt nun schon seit Mitte November in jedem Kaufhaus den werten Besucher im Ohr. Phantastisch! Da kommt Stimmung auf. Da wird gekauft, gehandelt, verglichen und gestritten. Endlich ist wieder Weihnachten. Wir können unsere „Schenklust“ endlich wie die Sau herauslassen. Wir schenken, was das Zeug hält. Der Beschenkte wird einfach zwangsbeglückt mit den Dingen, die wir glauben, dass er unbedingt braucht.
Geld spielt keine Rolle.
Aus der Rolle fallen nur die Kinder, die mit selbstgebastelten Strohsternen oder ähnlichem versuchen IHR Verständnis für Weihnachten darzustellen. Milde belächelt gibt es dann retour den neuesten Schrei von Barbie mit eingebautem Voice-Adapter. Für den Herrn Sohnemann den letzten Schrei von Kampfspiel Marke „Brutalo light“ (ist ja für Kinder geeignet). Und weil die Playstation X ja nicht mehr zeitgemäß ist, gibts auch noch eine Playstation XX. Ob die alte kaputt ist? ist doch wurscht, Hauptsache es ist der letzte Schrei. Mein Kind braucht nicht zurückzustehen. Der Nachbarssohn hat ja auch schon das I-Phone V.
Ein Märchenbuch, ein Sagenbuch, was soll man damit, wir haben ja einen I-Pod, wo wir ja Hörbücher draufspielen können. Ob das Kind lesen kann? Ist das nicht unerheblich? Jeder bessere 08/15 PC hat heute schon Sprachaus- und Eingabe. Ist eigentlich für Personen mit Beginderungen gedacht gewesen. aber wenn er es schon hat, sollte man die Ressourcen nutzen.
Somit bleibt nur noch mit dem abschließenden Artikel aus dem Kurier zu wünschen, dass bis Weihnachten vor lauter heiligen Weihnachtsliedern nicht die Birne beim Einkaufen platzt.

Alle Jahre wieder: Der Weihnachtseinkaufsspaß beginnt und damit auch das fröhliche Was-bleibt-am-Ende-in-der-Kasse-Raten des Handels.

Erst die Umfragen: Die Österreicher werden heuer etwas weniger ausgeben als im Vorjahr, sagt market. Aber mehr Wiener wollen schenken, sagt die Wirtschaftskammer. So gleicht sich’s wieder aus. Dann die Bilanzen: Geschäft mau (nach dem ersten Einkaufssamstag, der außertourlich grad war), etwas im Minus (nach dem dritten), lässt sich noch aufholen (vor dem letzten), ein Plus von xy Prozent (nach dem Christkind). Die Erfinder dieses saublöden Rituals gehören strafweise ein Jahr lang mit „Last Christmas“ zwangsbeschallt und mit Piña-Colada-Punsch abgefüllt.

Denn 1.: Das Weihnachtsgeschäft macht nur noch zwei Prozent des gesamten Handelsgeschäfts aus, vor ein paar Jahrzehnten waren es noch zehn. Heißt, dass heute viel mehr gekauft wird als früher, nämlich das ganze Jahr über.

Denn 2: War da nicht einmal noch eine ganz andere Weihnachtsfunktion?
(Quelle: Andreas Schwarz im Kurier vom 26.12.2012)

Das Steinzeithirn am digitalen Arbeitsplatz

Google, Facebook und Windows haben nicht nur die Arbeitswelt im Sturm erobert – sie hinterlassen auch tiefe Spuren in den Gehirnen der digitalen Arbeiter.
„Stimmt es, dass die Arbeit am Computer dumm macht? Sie haben nichts zu befürchten: Computer können einen wahnsinnig machen – aber nicht dumm.“ Diese Worte schreibt Google einem gewissen Egmont Kakarot-Handtke zu. Was reicht, um diese Information als glaubwürdig zu erachten. Zumindest für ein durchschnittliches, zur computergestützten Arbeit trainiertes Gehirn. Denn je mehr moderne Medien und Technologien unsere Arbeitswelt bestimmen, desto stärker passen wir uns diesen an – und liefern uns ihnen aus.

Die seit Jahrzehnten laufende Digitalisierung der österreichischen Arbeitswelt ist weit fortgeschritten: 98 Prozent der Unternehmen setzen hierzulande bereits Computer ein, jeder zweite Beschäftigte verwendet laut EU-Statistikamt Eurostat einen PC für seine Arbeit. Eine Entwicklung, die aller Voraussicht nach unumkehrbar ist, da sie der österreichischen Wirtschaft im globalen Wettbewerb entscheidende Vorteile verschafft: Effizienz und gewaltige Einsparungsmöglichkeiten. „Österreich ist kein Niedriglohnland, daher müssen wir mit Hochtechnologie und Knowhow unsere Standortvorteile verteidigen – Computer und Internet sind dabei unerlässlich“, sagt Wolfgang Resch von der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG). Die Branche für Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) weist regelmäßig auf ihren Beitrag zu Wirtschaftswachstum und Konjunkturentwicklung hin und dokumentiert plausibel, welch erstaunliche Produktivitäts- und Wertschöpfungszuwächse sie selbst in Krisenzeiten aufzuweisen vermag. Die Vorteile, die Österreich als Wirtschaftsstandort aus der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt zieht, liegen auf der Hand.

Schon deutlich weniger klar ist jedoch, was der Einzug von Computer und Internet für den Alltag bedeutet. „In der Computertechnologie ist das berufliche Umfeld ein großer Schwerpunkt“, bestätigt Resch die Vorreiterrolle, die der Job in der Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche innehat. Wie sehr diese Technologien aber unsere Tagesabläufe, Arbeitsweisen und unser Verhalten verändern, wird von den meisten Computerarbeitern nicht einmal wahrgenommen. Dabei haben Computer und Internet gerade in diesen Bereichen revolutionäre Umwälzungen verursacht, die selbst in der Psyche der Beschäftigten tiefe Spuren hinterlassen.

Positive und problematische Befunde

Welche Spuren das sind, versuchen Wissenschafter seit einiger Zeit eingehend zu erörtern. Auch an der Johannes Kepler Universität Linz geht man dieser Frage nach – im Rahmen des Forschungsschwerpunktes NeuroIS – Neuro-Information-Systems. Erste Erkenntnisse konnte diese Forschungsrichtung, die im angloamerikanischen Raum bereits größere Aufmerksamkeit erfahren hat, schon liefern. Und die weisen sowohl auf positive als auch auf problematische Entwicklungen hin.

Als erwiesen gilt zunächst, dass sich das menschliche Gehirn durch die regelmäßige intensive Interaktion mit Computer und Internet, wie sie etwa bei der Büroarbeit stattfindet, anpasst. Zum einen bezieht sich das auf die Fähigkeit des Multitasking, der Möglichkeit, die Aufmerksamkeit auf mehrere Aufgaben gleichzeitig zu verteilen. „Am Computer hat man oft mehrere Fenster offen, nebenbei beispielsweise einen Skype-Chat laufen oder nutzt parallel Dienste wie Facebook. Das ständige Wechseln zwischen diesen Anwendungen fördert das Lernen von Multitasking“, sagt René Riedl, der als Professor für Wirtschaftsinformatik an der Universität Linz das Forschungsfeld NeuroIS betreut. Mit dieser Fähigkeit kann man natürlich gerade in der Computerarbeit punkten – aber nicht nur: „Multitasking ist etwas, das nicht nur für die IKT-Nutzung relevant ist, sondern sich auch auf andere Kontexte übertragen lässt“, meint Riedl. So lässt sich die eigene Aufmerksamkeit beispielsweise in realen Gesprächssituationen in kürzeren Zeitabständen besser auf verschiedene Reize verlagern, sagt der Forscher.

Der durch die Interaktion mit Computer und Internet hervorgerufene Anpassungs- und Lernprozess komme zwar speziell bei Kindern und Jugendlichen zu tragen, da sich das Gehirn in diesem Alter noch deutlich besser formen lasse. Doch auch bei Erwachsenen ist dieser Vorgang zu beobachten, ist Riedl überzeugt. Und selbst bei älteren Semestern kann das Training des Gehirns durch die Computerarbeit Vorteile bringen: „Mit zunehmendem Alter verändert sich das Gehirn – es baut ab. Wenn Menschen im Alter von beispielsweise 60 bis 70 Jahren aber die neuen Technologien intensiv nutzen, kann das den Abbauprozess verlangsamen“, sagt Riedl.

So ließ der US-Hirnforscher Gary Small in einer Studie erwachsene Testpersonen im Alter von 55 bis 76 Jahren Google-Recherchen tätigen. Und stellte dabei fest, dass jene Personen, die bereits erfahrener im Umgang mit dem Internet waren, eine deutlich höhere Aktivität in Hirnarealen aufwiesen, die etwa für Schlussfolgerungen und Entscheidungsfindungen zuständig sind. Die simple Erkenntnis dieser Studie lautete, dass Menschen fortgeschrittenen Alters ihr Gehirn zu einer effizienteren Informationsverarbeitung trainieren können.

Von Stefan Meisterle (Wien Journal)

Endlich! Endlich, haben wir auch eine Fußgängerbeauftragte

Wien wird bald eine Fußgängerbeauftragte durch die Straßen schicken, das ist schön. Einen Fahrradbeauftragten haben wir schon, Schulschwänz-, Uni-, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte auch. Den Männerbeauftragten des Sozialministeriums gibt es seit elf Jahren, erfunden damals von FrauenministerIn Herbert Haupt. Wobei der sich dem Beauftragungstrend insofern widersetzt, als er als Leiter der männerpolitischen Grundsatzabteilung des Ministeriums zu titulieren ist.

Schade eigentlich, denn Beauftragungen haben was – vor allem Ausbaupotenzial im bundesweiten Politikbereich. Ein Niveaubeauftragter, der könnte doch einiges bewirken, etwa die Hebung des Ausdrücklichen. Da reichten ja schon minimalistische Eingriffe im buchstäblichen Sinn – und schon wäre alles viel vornehmer. Statt hodenloser Abgeordneter, die der betagte Milliardär mit Politik berufung jüngst im Hohen Haus lokalisierte, könnte man das Niveau auf bodenlos heben. Das wäre ja noch tief genug.

Fein wäre natürlich auch ein Moral- und Ethikbeauftragter, der interdisziplinär einsetzbar ist: bei Parteiprogrammerstellungen genauso wie in Aufsichtsräten, Vorständen oder, sagen wir, bei Asylwerberheim- und Internatsbetreibern.

Und wenn wir dann zu gut geworden sind für Österreich, und ganz, ganz ehrlich, dann können wir ja sogar noch einen Anstellungsbeauftragten beauftragen. Für alle, die was angestellt haben. (Renate Graber, DER STANDARD, 24.10.2012)

Soll es eigentlich in einer Großstadt jemanden geben, der nachdenkt, wie man Universitäten in das Stadtleben einbindet? Natürlich. Wie man Radfahrer fördert? Unbedingt! Wie man Fußgängern das Leben erleichtern kann? Keine Frage.
Nun wird die Hundegackerltante Beauftragte für Fußgänger. Ich finde das grenzgenial. Ich hab schon immer gefordert, wir sollten niemanden vom gemeinen Volk denken lassen. Die Politiker können das viel besser.

Eigentlich sind ja Pferde für so eine Beuftragtenarbeit viel besser. Sie haben einen viel größeren Kopf. Außerdem sind sie viel sparsamer. Um einen Sack Hafer gibts schon Ergebnisse. Sie kommen zwar hinten heraus, aber viel mehr kommt ja auch bei unseren POpulären POlitiker nicht heraus. Sie kosten nur mehr.
Unser Bürgermeister als Spritzweinbauftragter wäre nicht zu verachten. Da versteht er was davon. Die Frau Finanzstadträtin gäbe vielleicht eine gute Spiel- Beauftragte ab. Sie glaubt heute immer noch, dass ihr Ressort ein DKT Spiel mit DKT Geld ist.
Unsere grichische Sirene sollte man die Chance geben sich selbst zu verwirklichen. Als Verkehrsbeauftragte hat sie uns ja nur gezeigt, wie „DIKTOKRATIE, oder DEMOKRATUR“ funktioniert. Warum kann man nicht eine Intelligenzbeauftragte aus ihr machen. Das kostet nix, weil Intelligenz kann man nicht kaufen.

Dass Wien nun aber reihenweise „Beauftragte“ einstellt, die nur über ihre Themen philosophieren, Ansprechpartner für Betroffene sind und deren Wünsche weiterreichen, stellt eine Kapitulation der Politik dar. Denn tatsächlich verfügt die Stadt mit 100 Gemeinderäten über einen Thinktank, dessen Mitglieder genau das tun sollten. Jeder Mandatar – schon dem Wortstamm nach ein „Beauftragter“ – hat Standpunkte einzufangen, Interessen abzuwägen und dafür zu sorgen, dass die Stadt nicht an den Menschen vorbeiverwaltet wird.

In einer großzügig geförderten Parteiendemokratie kann es nicht zu viel verlangt sein, dass sich Mandatare auf komplexe Themen spezialisieren und sich eine Meinung dazu bilden. Das an Externe auszulagern zeigt, wie wenig sich die aktuelle Politik selbst zutraut. So sehr, dass man fast vermuten könnte: zu Recht.